Der digitale Souverän (III)

Ob das Internet jemals ein regelloser Raum war, sei einmal dahingestellt. Gedacht aber war es wohl anfänglich in der Tat für eine Art Naturzustand – einen apokalyptischen allerdings. 1957, die Sowjets hatten soeben den ersten Satelliten in die Erdumlaufbahn geschossen und damit bewiesen, dass sie einen nuklearen Erstschlag ausführen konnten, rief die besorgte Regierung Eisenhower


Der digitale Souverän (II)

Der Begriff des Naturzustands wird heute meist in einem Atemzug mit dem englischen Philosophen Thomas Hobbes genannt. Hobbes war ein Kind des 17. Jahrhunderts – ein skeptischer Humanist, der unsere Wahrnehmung der Welt für eine Illusion hielt. Sein Skeptizismus war von der Art allumfassendem Zweifel, dem bis heute niemand so recht


Der digitale Souverän

David Foster Wallace (1962-2008) hinterließ der Nachwelt nicht nur seinen unvollendeten Roman The Pale King. Der Romancier war auch Kulturkritiker, der bereits Mitte der 90er Jahre vor überzogenen Hoffnungen in die Medienrevolutionen des Internetzeitalters warnte. Worauf aber gründet sich dieser Pessimismus? Versuch einer Wallace-Exegese in vier Teilen.
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Aaron Barr glaubte sich siegreich. Anfang 2011 hatte Barr


It’s complicated – Ein Glück!

Was der US-Autor Jonathan Franzen auf einer einsamen Insel über das Internet lernt.

Die Autoren Jonathan Franzen und David Foster Wallace waren Freunde. Gemeinsam hatten sie die Bekämpfung der Einsamkeit des modernen Individuums zur Aufgabe der Literatur erklärt – auf einem leeren Parkplatz in Upstate New York, dem Symbol par excellence für die Entfremdungen des Spätkapitalismus.